Wildcampen – Deutschland im Wohnmobil erleben

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, verspürt oft einen großen Wunsch: Die Freiheit spüren und sein Lager an ungewöhnlichen Orten aufschlagen – ohne neugierige Nachbarn. Neue Gegenden entdecken, die weißen Flecken auf der eigenen Landkarte ausfüllen und dabei auf naturnahen Stellplätzen übernachten: Ein Traum für viele Camper. Doch man muss nicht immer in die Ferne schweifen, um neue und spannende Orte kennenzulernen. Es lohnt sich, damit direkt vor der eigenen Haustüre anzufangen und Deutschland neu zu entdecken. Wer eine Tour mit dem Wohnmobil durch Deutschland plant, aber nicht auf Campingplätzen übernachten möchte, steht vor der Frage: Wildcampen in Deutschland, was ist erlaubt?

Deutschland bietet als Reiseland unglaublich viel Potential, auch wenn der Deutsche gerne von fremden und fernen Ländern träumt. Doch von den Hansestädten im Norden über Schloss Sanssouci bis zu den Ausläufern der Alpen im Süden hat Deutschland landschaftlich wie auch kulturell viel zu bieten. Es müssen ja nicht immer nur die großen, bekannten Sehenswürdigkeiten sein, gerade abseits davon gibt es oft viel Neues zu entdecken. Mit dem eigenen Wohnmobil bietet sich besonders dort oft die Möglichkeit, direkt vor Ort zu übernachten, ohne an einen Campingplatz oder Stellplatz gebunden zu sein. Keine Nachbarn in der Parzelle nebenan, einfach nur den besonderen Ort, den Moment genießen, die Ruhe und die Natur auf sich wirken lassen.

Frei stehen mit dem Wohnmobil – Wildcampen in Deutschland

Wenn Sie mit dem Wohnmobil in Deutschland unterwegs sind und nach Stellmöglichkeiten suchen, gilt: Parken ist grundsätzlich überall dort erlaubt, wo es nicht durch die Straßenverkehrsordnung oder besondere Hinweise verboten ist. Ihr zugelassenes Wohnmobil darf also überall auf öffentlichen Straßen und Wegen geparkt werden, solange Sie dadurch niemanden behindern. Dafür existieren keine zeitlichen Beschränkungen. Das Wohnmobil muss weiterhin zu Verkehrszwecken nutzbar sein. Sprich: Im Zweifel müssen Sie fähig sein, direkt weiterzufahren.

Planen Sie, die Nacht an einem Ort außerhalb eines Campingplatzes  zu verbringen, sollten Sie nicht den Eindruck erwecken, dass Sie Campen möchten. Konkret bedeutet das: Sie sollten keine Stühle und Tische vor dem Wohnmobil aufbauen, die Markise ausfahren oder gar den Grill befeuern. Eine – bisweilen auch längere – Pause, beispielsweise um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen ändert an der Nutzung zu Verkehrszwecken nichts und ist erlaubt. Dazu gehört nicht nur ein paar Stunden zu schlafen, sondern auch die Nutzung der Inneneinrichtung. Dabei ist es unerheblich, ob Sie sich nur eine Dose Ravioli aufwärmen oder ein 4-Gänge-Menü zubereiten.

Wildcampen in Deutschland: Tipps für naturnahe Stellplätze

Morgens aufwachen, während das erste Morgenlicht den Himmel streift und der Nebel noch in den Tälern zwischen den Bergen hängt. Während die Farben immer kräftiger werden und das erste Sonnenlicht die Baumwipfel streift den Tagesbeginn mit einer Tasse Kaffee in der Hand genießen. Frei stehen bedeutet für die meisten Camper ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.

Tipp: EU naturnahe und ungewöhnliche Stellplätze zu finden lohnt es sich, bei der Planung beispielsweise die Möglichkeiten von Google Maps zu nutzen. Mit der Satellitenansicht ist es möglich, passende Plätze auszumachen. Vor Ort spart das viel Zeit und Sprit.
  • Sind Sie vor Ort und haben spontan einen wunderbaren Ort gefunden an dem Sie gerne wildcampen möchten, fragen Sie doch einfach nach, ob Sie eine Nacht vor Ort stehenbleiben dürfen.
  • Halten Sie die Augen offen, wenn Sie unterwegs sind und folgen Sie den braunen Schildern. Die touristischen Unterrichtungstafeln führen Sie oft ganz unverhofft zu sehenswerten Orten. Meist gibt es dort auch kostenfreie Parkplätze an denen Sie problemlos eine Nacht stehen bleiben können.
  • Ein besonderes Erlebnis ist die Übernachtung auf oder in der Nähe eines Bauernhofs. Fragen Sie nach, ob Sie die Nacht dort verbringen dürfen. Meist haben Sie dort auch die Möglichkeit, Ihre Vorräte mit einem leckeren Bauernbrot, frischer Milch und Eiern aufzufüllen. Und vielleicht gibt es ja auch einen kleinen Hofladen, bei dem Sie weitere Selbsterzeugnisse des Hofs und aus der Region erwerben können.
  • Wanderparkplätze bieten eine tolle Möglichkeit zum Wildcampen. Sobald es dunkel wird, verschwinden auch die letzten Wanderer und Sie haben einen ruhigen Platz für die Nacht. Morgens werden Sie vom Vogelgezwitscher geweckt und können die Stille des Waldes genießen. Hier ist es auch gewöhnlich, dass Fahrzeuge etwas länger stehen.
  • Wildcampen auf Parkplätzen bei Schwimm- oder Freibädern oder an Seen ist ebenfalls möglich.
  • Wer auf längeren Touren unterwegs ist und bemerkt, dass er eine Pause braucht, kann auch Autohöfe, Rastplätze oder freie Flächen an Bundesstraßen oder Landstraßen nutzen. Die sind zwar nicht unbedingt schön, aber nützlich. Achten Sie hier aber darauf, keine LKW-Parkplätze zu blockieren.

Deutschland im Wohnmobil neu entdecken

Es gibt viele Möglichkeiten zum Wildcampen in Deutschland. Innerhalb der Regeln gibt es genügend Spielräume, um ungewöhnliche Stellplätze zu finden. Und es lohnt sich immer, mit den Menschen vor Ort zu reden. Oft ergeben sich dadurch nicht nur tolle Gespräche, sondern auch neue Möglichkeiten, die Nacht an einem ungewöhnlichen Ort zu verbringen.


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