Das vernetze Wohnmobil – ein mobiles Smart Home

In den letzten Jahren ist das Thema Smart Home in den eigenen vier Wänden immer relevanter geworden: Mit vernetzten Geräten soll dabei die Wohn- und Lebensqualität sowie die Sicherheit und effiziente Energieausnutzung verbessert werden. So ist es auch kein Wunder, dass dieses Konzept auch in Wohnmobilen und Campern Anklang findet – oft lässt es sich auf Reisen sogar smarter Wohnen, als im Eigenheim. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum das so ist und welche technischen Möglichkeiten bestehen.

CI-BUS schafft einheitlichen Vernetzungsstandard

Während es für die eigene Wohnung viele smarte Produkte von diversen Herstellern gibt, tritt dort leider oft ein Problem auf: Die einzelnen Geräte und Anlagen können aufgrund von fehlenden Standards nicht miteinander kommunizieren. So lässt sich die Heizung oder das Licht zwar steuern – jedoch von zwei voneinander getrennten Lösungen mit unterschiedlichen Endgeräten, was nicht der gewünschten All-In-One-Kooperation im eigentlichen Sinne des Smart Homes entspricht. Hinzu kommt der Fakt, das sich aufgrund dieser aufspaltenden Insellösungen die Automation des smarten Wohnens erschwert, da die benötigten Informationen dem jeweils anderen System nicht zur Verfügung stehen.

Anders sieht es bei dem mobilen Smart Home aus: Der Caravaning Industrie Verband (CIVD) hat einen einheitlichen Vernetzungsstandard, den CI-BUS, geschaffen, mit dem sich verschiedene Geräte und Module problemlos miteinander verbinden und über ein zentrales Bedienpanel überwachen und steuern lassen. Aufgrund dieser Vereinheitlichung des Datennetzes nutzen immer mehr Wohnwagenmodelle diese BUS-basierte Bordtechnik, um Heizung, Licht, Klimaanlage und Co. optimal zu einem cleveren System zu vereinen. Heutzutage lassen sich sogar mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets sowie AI-Assistenten wie Alexa an dieses Netz koppeln, um unzählige neue technische Möglichkeiten zu eröffnen. Der Stand des Smart Homes ist im Wohnmobil somit in der heutigen Zeit weiter als in der Wohnung.

Überwachung der Ressourcen – mit Wasser, Strom und Gas besser haushalten

Wer mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen schon einmal einen Trip oder Urlaub unternommen hat, wird schnell den großen Unterschied zum eigenen Zuhause feststellen: Im Fahrzeug steht nicht unbegrenzt Wasser, Strom und Gas zur Verfügung.

Daher kommt der Überwachung dieser wichtigen Ressourcen im Wohnmobil eine übergeordnete Rolle zu. Mit dem zentralen Bedienpanel kann der Stand der drei wichtigen Ressourcen einfach abgerufen und der Verbrauch geplant werden.

  1. Fernsehkonsum und anderer Stromverbrauch lässt sich flexibel anpassen, wenn bekannt ist, wie viel Strom noch in der Batterie ist. Natürlich kann auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach angebracht werden, um diese Ressource ohne einen Stopp zu regenerieren. Am zentralen Steuerelement lässt sich der Ladefluss einfach ablesen.
  2. Die Information über den Füllstand des Wassertanks hilft dabei einzuschätzen, wie viel Wasser noch fürs Duschen und Kochen bereitsteht, bevor ein Stopp am Rast- oder Campingplatz eingeplant werden muss.
  3. Mit modernen Ultraschallsensoren lässt sich messen, wie viel Gas sich noch in der Gasflasche Im Bereich von Wohnmobilen ist Gas mindestens genauso wichtig wie der Strom, da neben der Heizung und dem Herd meist auch der Kühlschrank damit betrieben wird.

Diese Smart Home Technik ist nicht nur für das Campen auf dem Campingplatz interessant. Gerade wer an einem naturnahen Platz ohne schnelle Auffüll- und Auflademöglichkeiten übernachten möchte, sollte einen Überblick über das verfügbare Wasser, Gas und den Strom haben. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr dazu, was beim Wildcampen in Deutschland erlaubt ist und was es noch zu beachten gibt.

Klassischen Funktionen des Smart Homes im Wohnmobil

Neben der wichtigen Ressourcenüberwachung und -steuerung müssen Sie die üblichen Smart Home Anwendungen, wie etwa die Anzeige und Regelung der Temperatur oder des Lichts im mobilen Heim natürlich nicht missen. Ein modernes Bedienpanel mit dem genannten BUS-Standard ermöglicht nahezu unbegrenzte Möglichkeiten per Tastendruck – egal, ob die Markisenbeleuchtung nach Zeitplan gesteuert werden soll, die Heizung den Innenraum vorwärmen soll, die Satellitenantenne in Position gebracht werden soll oder Fernseh- und Musikanlage in das smarte Netz integriert werden sollen. Der modulare Ansatz ermöglicht sogar die Erweiterung mit Zusatzfunktionen, die nicht ab Werk vom jeweiligen Fahrzeug zur Verfügung stehen. Im Internet finden Sie Anleitungen, wie Sie beispielsweise Ihr mobiles Smartphone über Alexa steuern.

Das mobile Smart Home bringt mehr Komfort und Sicherheit

Die Entwicklungen in den letzten Jahren zeigen, dass die praktische Verbindung des zentralen Steuerungspanels mit mobilen Endgeräten nicht nur Premium-Reisemobilen vorbehalten sind, sondern inzwischen auch bei vielen Wohnmobilen zur Standardausstattung gehören oder optional angefordert werden können.

Besonders beliebt sind bei dieser Technik Alarmanlagen und GPS-Tracker, die für mehr Sicherheit sorgen können. Das Warnsystem kann über die Funkverbindung vom Autoschlüssel oder dem Smartphone aktiviert werden – dafür ist nicht einmal ein Router notwendig, da die Systeme mit einem integrierten GSM-Modul für eine eigene Mobilfunkverbindung sorgen. Bei Einbruch oder einem ungewollten Bewegen des Fahrzeugs wird der Besitzer umgehend über das Smartphone gewarnt.

In der Beliebtheitsliste des Nachrüstzubehörs liegen Mover, sogenannte Rangierhilfen, weit oben. In diesem Beitrag haben wir bereits über halbautomatische Rangiersysteme berichtet. Bei modernen Ausführungen lassen sich dabei nicht nur einzelne Geräte fernsteuern sondern das gesamte Wohnmobil – auf diese Weise kann der Caravan per Fernbedienung exakt an der richtigen Stelle geparkt werden.

Das Smart Home hat zurzeit im Campingbereich die Nase vorn. Reisende mit dem Wohnmobil müssen auf die Vorzüge von smarter Technik also nicht verzichten. Wer ein Wohnmobil kaufen oder für den nächsten Urlaub mieten möchte, sollte sich auch über die bestehenden Smart Home Anwendungen oder Aufrüstmöglichkeiten informieren, um unterwegs den vollen Genuss des Smart Homes zu erleben – neuere Modelle machen hier sogar den meisten Hotels Konkurrenz.


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